Ulrike Dreier ist Ayurveda-Gesundheit- und Life-Coach. Nach einer fünftätigen Ayurveda-Kur krempelte sie ihr Leben um. Über die indische Heilkunst hat sie ein Kochbuch herausgebracht, das mit wenigen Zutaten und Gewürzen auskommt. Und schon für kleine Veränderungen braucht es nicht viel.

Wie kamen Sie zum Ayurveda?

Ulrike Dreier: Während meiner Arbeit in einem Konzern habe ich eine Ausbildung zur ganzheitlichen Ernährungsberaterin gemacht. Ich war nach zwei Kindern und der Arbeit sehr erschöpft. Ich machte eine fünftägige Auyurvedakur und war so erholt wie lange nicht. Ich habe danach viel recherchiert und bin tiefer in das Thema eingetaucht. Ich wollte wissen, warum ich mich so gut fühle.

Life-Coach und Autorin Ulrike Dreier. Foto: Jörn Dreier Photography/Thieme

Wie haben Sie sich denn gefühlt?

Ich hatte mehr Kraft und Energie, meine Verdauung funktionierte wieder gut. In der Kur ging es darum, einen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Als Ayurveda-Gesundheits- und Life-Coach schaue ich mir auch den Einzelnen genau an: Was ist im Ungleichgewicht? Wie kann man jemanden wieder in sein Gleichgewicht bringen?

Wie stressig war Ihr Job?

Meine Arbeit war sehr stressig. Ich habe BWL studiert und danach in einem großen Chemiekonzern das internationale Marketing geleitet. Ich flog geschäftlich viel ins Ausland. Ich bin vom Typ her sensibel. Die Reisen haben mich mitgenommen, die Zeitumstellung, das unregelmäßige Essen. Ich habe meinen Vater früh verloren, der auch sehr viel gearbeitet hat, er hatte ein eigenes Unternehmen. In meinem Umfeld sind viele in einen Burnout gerutscht. Das wollte ich vermeiden.

Sie haben rechtzeitig die Reißleine gezogen

Ja, da ist so ein bisschen mein Forschergeist durchgegangen. Ich wollte wissen, was ich tun kann, dass ich gesund bleibe. Wie kann ich meine Ernährung, meinen Lebensstil und meine Bewegung verbessern?. Im Ayurveda geht es immer um die Balance. Man kann auch mal über die Stränge schlagen, dann gleicht man es in den anderen Tagen wieder aus. Es geht nicht darum, alles richtig zu machen, 80/20 reicht auch.

Ich habe einige Gerichte aus Ihrem Buch “Das einfachste Ayurveda-Kochbuch aller Zeiten” gekocht. Man hat danach kein Völlegefühl, auch von den Portionen hat es gepasst

Die Portionen waren bei der Erstellung des Buches eine große Herausforderung. Wie groß eine Portion für jemanden ist, ist sehr individuell. Mir reichen 30 Gramm Müsli, mein Mann braucht mindestens 50 Gramm. Ich habe für die Rezepte 50 Gramm genommen.

Wie lange haben Sie für das Buch gebraucht?

Ein halbes Jahr. Die Anfrage kam im vergangenen Oktober, der Vertrag im November. Im Januar dieses Jahres fing ich an zu schreiben. Ich habe alle Gerichte gekocht, und nicht nur einmal. Eigentlich sollten es nur 105 Rezepte werden, ich habe 130 abgegeben. Nur fünf wurden nicht genommen. Bei den alten Ayurveda-Kochbüchern gab es viel mehr Zutaten. Man kauft fünf Gewürze und braucht sie nie wieder. Ich konnte mir anfangs erst gar nicht vorstellen, ein Ayurveda-Kochbuch mit sechs Zutaten zu schreiben. Aber mit den Basisgewürzen hat es dann sehr gut geklappt.

Was zeichnet die Ayurveda-Küche aus?

Es wird überwiegend warm gekocht, weil es für das Verdauungssystem und den Stoffwechsel besser ist. Man sollte frisch kochen. Wärmt man die Mahlzeit auf, fügt man frische Zutaten hinzu. Milchprodukte mit Früchten sollte man meiden, weil sie schwer verträglich für die Verdauung sind.

Wo hakt es bei der Ernährung bei vielen?

Es scheitert immer an der Umsetzung. Viele sind gut informiert, fast schon überinformiert. Auf dem Markt gibt es auch so viele Bücher zum Thema Ernährung. Viele wissen gar nicht mehr, was ihnen gut tut.

Die richtige Ernährung kann sich auch positiv auf die Psyche auswirken. Was kann Ayurveda hier tun?

Man kann beim Ayurveda ganz viel über die Ernährung machen. Das können bestimmte Kräuterkombinationen sein. Es gibt Lebensmittel, die dumpf machen, wie Mikrowellenessen, Fertiggerichte. oder Chips. Im Endeffekt geht es darum, dass Körper, Geist und Seele im Einklang sind.

Die Ayurveda-Morgenroutine besteht aus vielen Schritten: Heißes Wasser trinken, Yoga machen, Ölziehen, Zunge schaben, um nur einige zu nennen. Damit kann man sich auch schnell überfordern

Das stimmt, ich kann morgens auch nicht alles machen. Man darf sich nicht zu viel auf einmal vornehmen, sonst lässt man es sein. Ich mache gerade eine basische Ayurveda-Woche mit 30 Teilnehmern. Wir fangen dort mit Wassertrinken und Zungenschaben an. Daran halten sich auch alle.

Wer kommt zu ihnen?

Ganz unterschiedlich: Selbständige, Mütter, Führungskräfte. Zu mir kommen überwiegend Frauen, aber ich habe auch schon mit IT-Unternehmen zusammengearbeitet. Mit Männern zu arbeiten macht viel Spaß: Wenn sie mal von etwas überzeugt sind, bleiben sie auch dabei (lacht).

Was war die größte Veränderung, die Sie durch Ayurveda bei sich wahrgenommen haben?

Dass ich Ruhe in meinem Leben bekommen habe. Ich bin sehr lebendig und begeisterungsfähig, neige dazu, mich zu verzetteln. Jeder Mensch verfügt über bestimmte Energien. Ich habe viel Feuer, das sorgt für viel Leidenschaft. Dazu noch eine große Portion des Elements Luft, so dass ich schauen muss, wie ich mich erden kann.

Was wünschen Sie sich noch?

Ich möchte noch viel mehr energetisch arbeiten. Ich hätte gerne ein Gesundheitszentrum oder ein Retreathaus im Süden, damit ich mit einer großen Gruppe vor Ort arbeiten kann.

Homepage von Ulrike Dreier: https://wildandveda.com/

Ayurveda: Eine Expertin verrät, warum die indische Heilkunst gesund und schön macht

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